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Geef de namen een gezicht
De 46 van het Rademakersbroek

Auf Einladung des "Nationaal Onderduikmuseum", Aalten, NL, habe ich die deutschen Audio-Texte für die kommende Ausstellung "Geef de namen een gezicht" einsprechen dürfen.

Es war für mich eine überaus bewegende inhaltliche und emotionale Erfahrung, mich in die Lebensläufe der 46 getöteten niederländischen Widerstandskämpfer zu vertiefen, über die ab dem 2. März 2022 im Museum berichtet wird. Etwas über ihre Leben zu erfahren, bevor sie so plötzlich und gewaltsam durch deutsche Besatzer willkürlich am 2. März 1945 hingerichtet worden sind als Vergeltung für vier getötete Deutsche.

Ich habe diese niederländischen Männer ein Stück weit kennenlernen dürfen, um sie dann für einen kurzen Moment mit dem Klang meiner Stimme ins Leben zurückzuholen, dabei zu helfen, die Erinnerung und das Gedenken an sie wachzuhalten.

Ein britischer Tontechniker, eine niederländische Museumspädagogin sowie eine niederländische und eine deutsche Sprecherin – fast schon symbolhaft für die Situation von damals, so kommt es mir vor, ist unser Zusammentreffen bei den Tonaufnahmen gewesen: Andrew als Brite stellvertretend für die Alliierten, die Befreier; Marjon und Astrid für die besetzten Niederländer, die Opfer; ich – an der Schnittstelle zum Frieden – aus dem Täterland kommend und dennoch diesmal mit dem so besonderen Auftrag versehen, den deutschen Museumsbesuchern die Leben dieser 46 Männer nahezubringen. Der jüngste der Getöteten war erst 18, der älteste 65 Jahre alt.

Obwohl schon mehr als ein Dreivierteljahrhundert seitdem vergangen ist, hat mich jeder einzelne Lebenslauf zutiefst berührt, und ich wünsche mir, dass möglichst viele deutsche Besucher sich im Aaltener "Nationaal Onderduikmuseum" mit den Ereignissen von damals auseinandersetzen. Sodass die Zukunft, die von den kommenden Generationen gelebt wird, auf dem festen Sockel des bewussten Bewahrens unserer gemeinschaftlichen Geschichte ruht.

Ich hoffe, dass sich auch mein Wunsch erfüllt, als Sprecherin der Audio-Texte die Gäste des Museums nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit dem Klang meiner Stimme in ihrem Inneren zu erreichen. Dass es ein weiterer kleiner Baustein sein möge, Vergangenes spürbar nachzuempfinden, damit das Zusammenleben unserer beider Nationen weiterhin so friedvoll bleibt, wie wir es gemeinsam seit 77 Jahren schon umsetzen.

JUDITH von TORA

(Titel und Quelle der Fakten:
Nationaal Onderduikmuseum, Aalten, NL, 2022)

„Geef de namen een gezicht"